USA: Tote durch E-Joints und gepanschte Liquids

Tote durch E-Zigaretten in USA? Nein!
Durch E-Joints und gepanschte Drogen-Liquids.

Im September 2019 überschlugen sich die Medien mit Schreckensnachrichten: In den USA litten plötzlich über 1000 meist junge Leute unter schweren Lungenproblemen, sogar Tote waren zu beklagen. Alle hatten angeblich “normale” E-Zigaretten genutzt. Eher verschämt in einem kleinen Nebensatz wurde – wenn überhaupt – erwähnt, dass die Betroffenen vermutlich THC-haltige Schwarzmarktliquids in ihre E-Joints gefüllt hatten. Die E-Zigarette an sich war also unschuldig.
Das bestätigte unlängst unter anderem der Focus im Artikel “Dampfen schadet weniger als Rauchen“.

Schuld waren Marihuana-Liquids

THC (Tetrahydrocannabiol) ist der berauschende Wirkstoff in Marihuana. In einzelnen Staaten der USA ist THC legal und wird nicht reguliert. Klar, dass in Hinterhofküchen dort auch THC-haltige Liquids für E-Zigaretten zusammengeköchelt werden.

Keiner weiß, was in diesen Schwarzmarktliquids genau enthalten ist. Tests haben allerdings ergeben, dass viele mit Pestiziden kontaminiert sind. Um dem Schimmelbefall vorzubeugen, wird den gepanschten THC-Liquids oft das Anti-Schimmelmittel Myclobutanil zugesetzt, dass bei Erhitzen in E-Zigaretten hochgiftige Blausäure freisetzt. Kein Wunder, dass man im Krankenhaus landet, wenn man sich so etwas in die Lunge zieht.

Hinzu kommt, dass THC-Liquids meist mit dem öligen Provitamin E-Acetat versetzt waren, um sie dickflüssiger zu machen. Fette Öle haben aber in der Lunge nichts verloren, da sie schwere Lungenprobleme verursachen.

Das sagen Experten dazu:

Der SPIEGEL berichtet: Deutsche Experten warnen aber vor Panikmache. (….) “Dass die Probleme in den USA innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums aufgetreten und vor allem junge Menschen betroffen sein sollen, spricht dafür, dass es sich um ein akutes Problem in den USA handelt und nicht etwa um langfristige Auswirkungen von E-Zigaretten”, sagt Frank Henkler-Stephani vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).” Das bekräftigt er  erneut in seinem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen.

Und Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) bestätigt: “Nach aktueller Studienlage sind E-Zigaretten deutlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten.” Studien zu den kurzfristigen Auswirkungen hätten beispielsweise gezeigt, dass sich der Zustand von Patienten mit der Lungenkrankheit COPD besserte, nachdem sie auf E-Zigaretten umgestiegen waren. Außerdem sei belegt, dass E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung helfen können. (Auszüge aus dem Artikel “Lag es am Vitamin-E-Azetat?” auf SPIEGEL ONLINE vom 6. September 2019).

In einem Artikel in der Print-Ausgabe WELT AM SONNTAG vom 06.10.2019 wird Dr. Ute Mons vom DKFZ sogar noch deutlicher: “[E-Zigaretten] sind ganz klar weniger gesundheitsschädlich als herkömmliche Zigaretten. Das ist wissenschaftlicher Konsens. (…) Es wäre fatal, wenn Menschen wegen der Krankheitsfälle nicht von herkömmlichen auf E-Zigaretten umsteigen oder wenn Dampfer wieder zu Zigaretten zurückkehren.

In Deutschland strenge Regulierung

In Deutschland kann so ein Drama wie in den USA nicht passieren. In der gesamten EU gelten für E-Zigaretten und Liquids höchste Sicherheitsstandards. So müssen in Deutschland alle Geräte und nikotinhaltige Liquids vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft freigegeben werden, bevor sie in den Handel dürfen. 

Bitte gehe deshalb auf Nummer Sicher und kaufe E-Zigaretten und Liquids nie auf der Straße oder bei zweifelhaften Online-Quellen. Produkte aus dem deutschen oder EU-Fachhandel dagegen sind definitiv sicher!